Richtig bewerben


Es gibt immer wieder Unklarheiten was Bewerbung, Lebenslauf, Einstellungstest oder Vorstellungsgespräch angeht. Hier werden einige Fragen zu folgenden Themen beantwortet:

Vorbereitungen
Die Bewerbungsmappe
Bewerbungen per eMail
Das Vorstellungsgespräch
Einstellungstest/Assessment-Center
Weiterführende Links
 
Vorbereitungen

Man sollte sich nicht nur auf Internetseiten oder Zeitungsanzeigen verlassen, sondern auch selbst die Initiative ergreifen und bei Firmen nachfragen, ob es noch freie Ausbildungs- bzw. Arbeitsplätze gibt. Dazu eignet sich ein Telefongepräch sehr gut. Suchen Sie einen Ausbildungsplatz, besorgen Sie sich eine Liste der Ausbildungsbetriebe (kann man sich bei einer Handelskammer der jeweiligen Stadt oder im Internet besorgen) und gehen Sie sie der Reihe nach ab.
Sehr wichtig bei einem Telefongespräch ist, dass Sie höflich und freundlich wirken, daher sollten Sie während des Gesprächs viel lächeln und eine optimale Telefonhaltung annehmen (nicht auf der Couch liegen, etc).
Sie sollten sich in jedem Fall den (kompletten!) Namen und die Durchwahl des Ansprechpartners notieren! Mann muss darauf achten, dass man den Namen und die Anschrift der Firma richtig notiert, haben Sie keine Angst nachzufragen, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Es ist von Vorteil, einen Ansprechpartner in dem Anschreiben erwähnen zu können, auch ein Bezug zum zuvor geführten Telefonat macht einen guten Eindruck. Achten Sie darauf, dass die Bewerbung kurze Zeit nach dem Telefonat in der Firma eingeht, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der/die Zuständige sich an das Telefonat zurückerinnert.
 
Die Bewerbungsmappe

Richten Sie Ihre Bewerbung an eine bestimmte Ansprechperson. Diese wird in der Regel in einer Anzeige genannt; wenn sie dort nicht aufgeführt ist, sollte man bei dem Unternehmen nachfragen oder "Sehr geehrte Damen und Herren" schreiben. Das Anschreiben sollte wie ein Brief aufgebaut sein und auf hochwertiges Papier (evtl. Briefpapier mit Wasserzeichen oder hochwertiges Druckerpaier) gedruckt werden.

Mit einer Bewerbung verschaffen Sie dem Unternehmen einen Eindruck über sich. Meldet man sich auf eine Anzeige, ist das oft der erste Kontakt zu der jeweiligen Firma. Bedenken Sie, dass die zuständigen Mitarbeiter nur die Bewerbungsunterlagen als Grundlage für Ihre Beurteilung haben. Aus diesem Grund ist das Bewerbungsfoto sehr wichtig. Gehen Sie auf jeden Fall zum Fotografen, geben Sie sich nicht mit einem billigen Automaten-Passbild zufrieden. Das Geld lohnt sich! Rechtschreibfehler in der Bewerbung, knitterige oder schmutzige Zettel und fehlende Unterlagen machen einen sehr schlechten Eindruck. Solche Bewerbungen werden in der Regel direkt aussortiert.

Durch das Anschreiben vermitteln Sie dem Unternehmen Ihre Ziele und Wünsche; Sie versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Um das zu erreichen, muss man seine Stärken hervorheben und das ist nur möglich wenn man sich gut einschätzen kann und sich somit ein realistisches Bild über deine Stärken und auch Schwächen machen kann.

Wichtig ist, dass das Anschreiben und auch der Lebenslauf nicht länger als eine A4-Seite sind. Da sich auf eine Anzeige in der Regel sehr viele Bewerber melden, wird es als Pluspunkt gesehen, wenn es ein Bewerber schafft, viel über sich auszusagen und sich dabei trotzdem kurz zu halten.

Unterschreiben Sie das Anschreiben sowie den Lebenslauf handschriftlich und leserlich mit Ort und Datum. Dazu sollte ein Füllhalter benutzt werden. Möchten Sie lieber einen Kugelschreiber benutzen, achten Sie darauf, dass nichts verwischt.

Tipp: Heben Sie die Kassenbons von Ihren Bewerbungsmappen, Fotos und dem Papier etc. auf, wenn Sie die Belege beim Arbeitsamt einreichen, bekommen Sie Geld dafür erstattet. Sie können sich auch Reisekosten (z.B. Fahrten zu Vorstellungsgesprächen, zur Berufsberatung, etc.). Näheres erfahren Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Was die Bewerbungsmappe enthalten muss:
  • Anschreiben mit Unterschrift (leserlich!)
  • tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild (vom Fotografen!)
  • (beglaubigte) Zeugniskopien
  • ggf. Arbeitszeugnisse
  • evtl. vorhandene Nachweise von Praktika, Kursen oder verantwortungsvollen Nebenjobs
  • ggf. Arbeitsproben (Artikel, Fotos, etc)

Musterlebenslauf als PDF-Datei öffnen
 
Bewerbungen per eMail

Bei Bewerbungen über das Internet ist natürlich ebenso wie bei dem Aufbau und der Strukturierung herkömmlicher Bewerbungmappen Übersichtlichkeit wichtig.

Beachten Sie zunächst welche Unterlagen das Unternehmen benötigt und wie viele Bewerber es wahrscheinlich geben wird. Sind wenige Bewerbungsunterlagen gefordert oder gibt es Ihrer Meinung nach sehr viele Bewerber ist eine kurze, knappe und übersichtliche Bewerbung das Richtige. So kann sich der Arbeitgeber schnell einen Überblick über Ihre Erfahrungen und Fähigkeiten verschaffen.
Schreiben Sie ein konkretes, informatives Anschreiben und hängen Sie eine PDF-Datei mit Ihrem Lebenslauf mit Foto (circa 200 x 300 Pixel sind völlig ausreichend) an. Beachten Sie dass die eMail mit dem Anhang nicht zu groß sein sollte; an eMails sollten nur PDF-Dateien oder (z.B. für ein Bewerbungsfoto) JPG-Dateien angehängt werden - andere Dateiformate (DOC o.ä.) sind tabu! Formulieren Sie einen passenden Betreff!
Vermerken Sie in Ihrem Anschreiben, dass Sie detaillierte Informationen bei Bedarf nachreichen können.

Bewerben Sie sich auf eine höher qualifizierte Stelle oder einen Ausbildungsplatz fügen Sie der o.g. Bewerbung noch eine PDF-Datei mit Zeugnissen und weiteren wichtigen Unterlagen hinzu. Gerade bei vielen Anhängen ist eine ordentliche Kompression der Scans sehr wichtig. Die Bewerbung sollte auf keinen Fall größer als 1 MB sein!

Viele Firmen bieten inzwischen auf ihren Seiten ein Bewerbungsfomular an, in das Sie Ihre Daten direkt eingeben können. Bietet ein Unternehmen so etwas an, sollten Sie es auch nutzen!

Es gibt viele Fehler die man bei Bewerbungen über das Internet machen kann, die ein sofortiges Ausscheiden oder viele Minuspunkte bedeuten:
  • Vermeiden Sie Word-Dokumente o.ä. im Anhang. PDF-Dateien lassen sich leicht durchblättern und wirken wesentlich professioneller.
  • Einzelne Fotos im Anhang sollten eine vernünftige Größe haben (circa 200 x 300 Pixel sind völlig ausreichend).
  • eMails mit sehr vielen Anhängen und ohne Begleitschreiben in der Mail hinterlassen einen schlechten Eindruck.
  • Verzichten Sie auf Textfomatierungen in den Anschreiben, denn nicht jedes eMail-Programm zeigt die Formatierungen korrekt an. Mancherorts werden solche eMails sogar direkt herausgefiltert.
  • Bewerbungen, die auf speziellen Bewerbungs-Plattformen abgelegt werden, kommen oft schlecht an: Der Arbeitgeber muss sich schlimmstenfalls mit einen Passwort umständlich einloggen und kann sich die Unterlagen in einzelnen Dateien herunterladen. Da sich ein Arbeitgeber schnell einen Überblick über alle Bewerber verschaffen möchte, werden Bewerbungen dieser Art oftmals nicht berücksichtigt.
  • Wenn Sie keinen Betreff angeben, macht das einen schlechten Eindruck. Außerdem blocken viele Spam-Filter eMails ohne Betreff.
 
Das Vorstellungsgespräch

Es ist sehr wichtig, sich vor jedem Vorstellungsgespäch ein Bild von dem jeweiligen Betrieb und dessen Tätigkeitsbereichen zu machen. Nur dann kann man sich sinnvoll überlegen wie man sich kleidet und wie man wirken möchte. Außerdem kann man sich nun überlegen, was den Gesprächspartner an einem interessieren könnte. Wenn Sie Fragen stellen, signalisieren Sie Interesse und zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Für einen positiven ersten Eindruck ist das sehr wichtig, also achten Sie darauf, dass Sie sich nicht zu ruhig oder schüchtern verhalten, denn Ihr Gesprächspartner könnte Schüchternheit auch als Desinteresse interpretieren.
Auch die Kleidung spielt bei einem Vorstellungsgespäch eine sehr große Rolle: Sie sollten daher ordentliche und saubere Kleidung tragen. Es hängt sehr stark von der zukünftigen Stelle und der jeweiligen Firma ab, wie schick man sich anziehen sollte. Das werden Sie aber selbst sehr schnell herausfinden, wenn Sie sich im Vorfeld ein Bild von der Firma machen. Besonders wichtig ist auch, dass man sich in seiner Kleidung wohlfühlt.
Bekommt man einen Termin für ein Gespräch zugeschickt, sollte man ihn telefonisch oder schriftlich bestätigen. Pünktlichkeit ist natürlich ein Muss.

Tipp: Sie sollten die Bewerbung, die Sie an das Unternehmen gesandt haben, sowie Ihren Lebenslauf vor dem Gespräch noch einmal durchlesen. Es macht einen schlechten Eindruck wenn man seine eigenen Bewerbungsunterlagen nicht kennt.
 
Einstellungstest/Assessment-Center

Mit einem Einstellungstest bzw. Assessment-Center müssen Sie vor allem bei großen Unternehmen rechnen. Natürlich gelten hier auch alle Kleidungs- und Vorbereitungstipps.

Der Einstellungstest variiert je nach Beruf. Durch den Test versucht die Firma herauszufinden, ob Sie den Anforderungen des Berufes gewachsen sind.
Ein Einstellungstest lässt sich meist in drei Bereiche aufteilen: Den Intelligenztest, den Leistungstest und den Persönlichkeitstest.
Im Intelligenztest werden Fähigikeiten wie u.a. Ihre Aufassungsgabe, die Fähigkeit logisch zu denken, das Sprachverständnis und das räumliche Vorstellungsvermögen getestet.
In dem Leistungstest wird Ihre Belastbarkeit geprüft. Dazu gehören vor allem das Konzentrationsvermögen und die Ausdauer.
Mit dem Persönlichkeitstest versucht das Unternehmen, etwas über Ihre Teamfähigkeit, Ihre emotionale Stabilität und Ihr Durchsetzungsvermögen zu erfahren.

Lassen Sie sich nicht von der Menge der Aufgaben abschrecken! In der Regel sind Einstellungstests so entwickelt, dass man Sie in der vorgesehenen Zeit nicht schaffen kann. Das Unternehmen will damit herausfinden, wie Sie unter Druck arbeiten.


Worauf Sie sich bei einem Assessment-Center einstellen müssen:
  • Einzelgespräch (Persönlichkeit, Ziele und Vorstellungen)
  • Gruppendiskussion (Initiative, Team- und Konflikfähigkeit)
  • Rollenspiele (Kommunikationsverhalten, Flexibilität)
  • Kurz-Referat über ein bestimmtest Thema (Vortrag, rhetorische Fähigkeiten)
  • Intelligenz- und Leistungstest (schulisches Grundwissen, Allgemeinbildung)

Damit Sie besser einschätzen können, was auf Sie bei einem Einstellungstest erwartet, hier ein Mustertest von FOCUS Online:
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Weiterführende Links

Weitere Informationen zum Thema Bewerbung im Internet:

weitere Bewerbungstipps auf jova-nova.com (Freier Journalist/Bewerber-Berater)
Bewerbungstipps eines Herstellers von Bewerbungsmappen
Vorschläge für Bewerbungsfotos von einem Fotoaltelier
Informationen rund um Jobs und Bewerbungen auf arbeitsagentur.de
Allerlei Wissenswertes zum Thema Geld verdienen

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